Be-Greifbare Interaktionen

in gemischten Wirklichkeiten

PROGRAMM des WORKSHOPS MC/WS04

des gleichnamigen GI-Arbeitskreises am Di, den 8.9. auf der M&C 2009 in Berlin

von 14.00 - 17.30 Uhr im Raum BR 2103 (Hauptgebäude)


Leitung der Workshops : Dr.phil. Dipl. Design. Dipl. Päd. Thomas Winkler

Institut für Multimediale und Interaktive Systeme (IMIS)
Universität zu Lübeck

Begreifbare interaktive Systeme (Tangible User Interfaces) und Gemischte Wirklichkeiten (Mixed Realities) gewinnen in der Interaktion zwischen Benutzern und modernen multimedialen Computersystemen fort-während an Bedeutung. Der neue Arbeitskreis "Be-Greifbare Interaktionen in gemischten Wirklichkeiten" des GI-Fachbereichs Mensch-Computer-Interaktion soll ein lebendiges Forum zum Austausch und Förderung der Aufmerksamkeit bezüglich dieses Themas innerhalb und au&erhalb der Gesellschaft für Informatik bilden. Der Workshop wird sich mit den neuesten Entwicklungen und Forschungsergebnissen im Bereich der Tangible Interfaces befassen. Dabei sind sowohl theoretische Auseinandersetzungen als auch Berichte praktischer Umsetzung willkommen .

Die Beiträge zu diesem Workshop lassen sich in einer 2X2-Matrix zwischen gestalterischen und informatischen Aspekten einerseits und der theoretischen, ebenso wie der praktischen Auseinandersetzung mit dem Thema andererseits verorten. Die Schwerpunktsetzung der Beiträge hat vor allem folgende Aspekte des Themenkomplexes zum Gegenstand:

Teilnehmer des Workshops:

Der Workshop soll Fachleute miteinander ins Gespräch bringen, die an den genannten Aspekten und Zusammen hängen interessiert oder in ihrer Arbeit damit beschäftigt sind.

PROGRAMM:

14:00h - 14:10h Begrü&ung

Anschlie&end folgen sieben Vorträge von jeweils 15 Minuten, die unmittelbar für 10 Minuten diskutiert werden.
Nach vier Vorträgen ab 15:50 erfolgt eine Pause von 15 Minuten. Für die Abschlussdiskussion ab 17:20 sind ebenfalls für 10 Minuten veranschlagt.

14:10h - 14:35h Be-greifbare digitale Lernobjekte
Thomas Winkler, Silke Günther, Marc Kammler, Benjamin Feldner, Felix Schmitt, Michael Herczeg
Institut für Multimediale und Interaktive Systeme, Universität zu Lübeck

Der Vortrag widmet sich der interdisziplinären Betrachtung eines Konzepts zur Integration multimedialer, be-greifbarer Lernobjekte in vernetzte Lernumgebungen. Mit Hilfe eines auf die Physis bezogenen Schalenmodells werden medienpädagogische, -theoretische, -soziologische und -systemtechnische Überlegungen zusammengeführt.

14:35h - 15:00h Integrating Tangible and Virtual Construction Kits for Teaching Mechatronics Design
Frederico Menine Schaf, Dieter Müller
artecLab, University of Bremen

In this talk, an experimentation lab kit for mechatronics training and control learning is proposed, which integrates tangible and virtual building blocks using the concept of interchangeable components. Interchangeable components represent either real physical or virtual devices or software. The proposed solution opens interoperability with different construction sets allowing the construction of small mechatronics systems. Our goal is to provide a learning tool, which supports experience-based learning in mechatronics education and training.

15:00h - 15:25h Devirtualisierung der Büroarbeit durch Tangibles
Jasmin Link
Fraunhofer IAO, Stuttgart

Der moderne Büroarbeitsplatz ist das wohl am weitesten verbreitete Vorkommen gemischter Wirklichkeit, wird jedoch selten als solche benannt. Der Beitrag möchte TUI-Designer auf das Potential von Benutzerschnittstellen im Büro aufmerksam machen, und die Frage aufwerfen, an welchen Stellen die Virtualisierung von Arbeitsprozessen diese behindert, und wie an diesen Stellen die Interaktion besser gestaltet werden kann. Dies wird am Beispiel zweier begreifbarer Interface-Konzepte diskutiert: Dem >Status Ei<, einem kleinen Objekt, das den aktuellen Arbeitsmodus seines Besitzers verkörpert und kommuniziert. Und an den >TextTools<, die zwar generische Werkzeuge, und damit kein Tangible User Interface im engeren Sinne sind, aber zur Abwechslung durch andere Handbewegungen als Klicken zu bedienen sind. Abschlie&end wir der >WorkScore< vorgestellt, ein Werkzeug, das die nur schwer erfassbare, und dadurch manchmal frustrierende, im virtuellen Raum geleistete Arbeit in motivierenden Zahlen abbildet.

15:25h - 15:50h Konsistente Verwendung von Metaphern als Erfolgskriterium für komplexe Tangible User Interfaces
Stefan Oppl
Institut für Wirtschaftsinformatik – Communications Engineering, Johannes Kepler Universität Linz

Die Erwartungskonformität von Tangible User Interfaces hängt stark von den gewählten Metaphern ab. Vor allem in komplexen Systemen mit mehreren Interaktionsmöglichkeiten verbessert die konsistente Verwendung von Metaphern die Verständlichkeit. Durch die Berücksichtigung unterschiedlicher Klassen von Metaphern kann die Konsistenz bereits während der Gestaltung des Systems sichergestellt werden. Empirische Beobachtungen zeigen die Auswirkungen von inkonsistenter Metaphern und weisen auf einen klaren Vorteil von tätigkeits-orientierten im Gegensatz zu objekt-orientierten Metaphern hin.

15:50h - 16:05h PAUSE

16:05h - 16:30h Unvollendet - und zwar aus Prinzip! Be-greifbare Interaktion im Kontext von Kunst
Susanne Grabowski, Daniel Cermak-Sassenrath
compArt | center of excellence digital art & artecLab, Universität Bremen

Der Vortrag erläutert am Beispiel des Projektes CoMa (Computer & Malen) wie Bildklassen interaktiv erfahrbar werden und Teilnehmer ihre Rollen als Künstler, Programmierer, Akteur und Zuschauer miteinander tauschen, mischen und in ein neues Verhältnis setzen. Sie treten so ein in einen Prozess, dessen Anfang und Ende willkürlich gewählt ist, und dessen Produkt stets unvollendet bleiben muss.

16:30h - 16:55h Kunst als Fernrohr im Wurmloch?
Marc Fritzsche
International Graduate Centre for the Study of Culture, Justus-Liebig-Universität Gie&en

Anhand der Erfindungen von Zentralperspektive, Buchdruck und Datenbank wird Debrays Konzept der Mediosphären erläutert. Fa&lers Theorie Tiefer Oberflächen wird dargestellt und auf Interfaces in Werken der Gegenwartskunst angewendet, um daraus Erkenntnisse für Interface-Design abzuleiten.

16:55h - 17:20h Der Begriff des Raums für das Feld der be-greifbaren Interaktion
Bernard Robben
artecLab, University of Bremen

Raum gilt als eine zentrale Kategorie für das Feld der be-greifbaren Interaktion in gemischten Wirklichkeiten. Der dafür adäquate Raumbegriff muss über den physikalischen Raum hinausweisen und das Verhältnis von space und place als komplexes Beziehungsgefüge zwischen dem Ort und den in ihn eingeschriebenen materiellen und sozialen Räumen erklären. In dieser Konzeption meint be-greifbare Interaktion mehr als haptische Schnittstellen. Was diesen Mehrwert ausmacht und in welcher Beziehung er zum Raumbegriff steht, wird skizziert und zur Diskussion gestellt.

17:20h - 17:30h SCHLUSS Diskussion

Programmkomitee:

Prof. Dr. Stefi Beckhaus, Universität Hamburg
Prof. Dr. Heidi Schelhove, Universität Bremen
Prof. Reto Wettach, Fachhochschule Potsdam
Dr. Thomas Winkler, Universität zu Lübeck

Ansprechpartner:

Thomas Winkler (winkler@imis.uni-luebeck.de)
Institut für Multimediale und Interaktive Systeme (IMIS)
der Universität zu Lübeck
Ratzeburger Allee 160
23538 Lübeck
Tel.: 0451 5005176