Digitale Medien und politischer Widerstand

Medienwissenschaftlerinnen der Universität Klagenfurt untersuchen arabische Online Netzwerke

english: Digital media and political resistance

Digitale Netzwerke wurden in den letzten Wochen immer wieder als wichtige Instrumente zur Organisation der  gegenwärtigen Proteste in arabischen Ländern genannt. Doch der Beitrag dieser Netzwerke zur Politisierung ist noch viel größer,  wie die Klagenfurter Medienwissenschaftlerinnen herausgefunden haben.

Das Internet wird als die große Möglichkeit gesehen, eine kritische Öffentlichkeit herzustellen, in der Missstände angeprangert, aber auch politische Träume entwickelt werden. “What would you do if Saudi Arabia just had its first female president?” lautete die Frage, mit der eine Diskussion gestartet wurde. Es geht der jungen arabischen Generation nicht darum, die Werte des Westens zu kopieren, auch wenn sie weltoffen ist. Sie wollen ihren eigenen Weg gehen. Die Traditionen werden nicht einfach über Bord geworfen, aber sie müssen sich verknüpfen mit dem Anspruch auf Freiheit der Rede und die gesellschaftliche Anerkennung vielfältiger Lebensformen. Ein 27jähriger Netzakteur, der sich selbst Saudi guy nennt, würde niemals in Facebook Bilder hochladen, die seine Mutter unverschleiert zeigen, denn so will sie in der Öffentlichkeit nicht gesehen werden.

Die digitalen Netzwerke spielen nicht nur eine zentrale Rolle für die Organisation des Protests, sondern auch für die kollektive Meinungsbildung. Die Mächtigen haben das als Risikopotenzial erkannt. Mideast Youth ist in diesen Tagen ständig von der Zensur bedroht und immer wieder passiert es, dass die Seite nicht mehr aufgerufen werden kann.

Mehr in Presseerklärung: Digitale Medien und politischer Widerstand

Digital media and political resistance

In recent weeks, digital networks have been repeatedly described as important instruments for the organisation of the current protests in Arabic countries. But the contribution of these networks to politicisation is even greater, as the Klagenfurt media experts have discovered.

The Internet is regarded as a huge opportunity to create a critical public, denouncing grievances but also developing political dreams. “What would you do if Saudi Arabia just had its first female president?” was the question that started one discussion. The young Arabic generation is not interested in copying the values of the West, even if it is open to the world. They want to go their own way. Traditions are not simply thrown overboard but they must be linked to the demand for freedom of speech and social recognition of a variety of ways of life. A 27-year-old network participant who calls himself Saudi guy would never upload to Facebook pictures showing his mother without her veil, since she does not wish to be seen in public in this way.

The digital networks play not only a central role for the organisation of protest but also for the formation of a collective opinion. The mighty have also identified this as a potential risk. Mideast Youth is nowadays continually threatened by censorship and it repeatedly happens that the site cannot be accessed.

Read more in press release: Digital media and political resistance

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