Networked Life: ein internationales Forschungsprojekt präsentiert seine Ergebnisse der interessierten Öffentlichkeit

Am 19. November 2012 lud das Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt in Zusammenarbeit mit dem Universitätskulturzentrum UNIKUM Klagenfurt/Celovec und dem Radiosender Ö1 zur öffentlichen Veranstaltung Networked Life. Angesiedelt an der Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft, bot der Abend den über 150 BesucherInnen gleich zwei Programmpunkte: die Eröffnung der Ausstellung Mirror Systems sowie eine Podiumsdiskussion unter dem Titel Digitale Subjekte – Wenn das Netz zum Lebensort wird.

Ausgangspunkt für diese Veranstaltung war das interdisziplinär und international angelegte Forschungsprojekt Subjektkonstruktionen und digitale Kultur, das den virtuellen Raum als Lebensort von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen seit 2009 untersucht hatte. Das Klagenfurter Forschungsteam (Mag. Nicole Duller, Dipl.-Komm.wiss. Katja Ošljak, Mag. Heidrun Stückler, Mag. Elisabeth Augustin) hatte sich unter der Leitung von Univ. Prof. DDr. Christina Schachtner mit dem Thema digitale Kommunikation beschäftigt, ein Forschungsteam der TU Hamburg-Harburg untersuchte neue Arbeitsformen im Netz und ein Forschungsteam der Universität Bremen befasste sich mit Fragen digitalen Lernens. Mit der von der VW-Stiftung geförderten Veranstaltung Networked Life sollten die Forschungsergebnisse der interessierten Öffentlichkeit präsentiert werden.

Den Auftakt bildete die Eröffnung der Ausstellung des in Wien und Lissabon lebenden Wissenschaftskünstlers Herwig Turk, in der der Künstler seine Position zum Leben im digitalen Netzwerk formulierte. Mit intermedialen Installationen an mehreren Standorten der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt wird der Umgang mit realen und virtuellen Identitäten im Alltag veranschaulicht.

Das Kernstück der Ausstellung bildet Ms. U’s Bedroom, eine lebensgroße Rekonstruktion des Schlafzimmers einer in den Vereinigten Arabischen Emiraten lebenden Netzaktivistin, deren Tagesablauf zunehmend von ihrer Präsenz in digitalen Netzwerken bestimmt wird.

Zu sehen, oder besser gesagt, zu hören bekommen die BesucherInnen auch sprechende Handtaschen, die vor jedem/r PassantIn ihr Innerstes ausbreiten, ohne Scham Intimes preiszugeben sowie eine Audioinstallation mit Ö-Tonen aus einem Interview mit NetzaktivistInnen, das der Künstler mir einer arabischen Netzakteurin via Skype geführt hat.

Über 40 verschiedene am Boden angebrachte QR-Tags, hinter denen sich Links zu informativen Websites mit Informationen rund um das Thema verstecken, fungieren für ein IT-affines Publikum als Leitsystem durch die Ausstellung.

Eine kurze Video-Dokumention der Ausstellung ist unter folgendem Link verfügbar: Mirror Systems – Herwig Turk Uni Klagenfurt

Den zweiten großen Programmpunkt dieses Abends bildete eine mit MedienexpertInnen aus Österreich, Schweiz und Deutschland besetzte Podiumsdiskussion zum Thema Digitale Subjekte – Wenn das Netz zum Lebensort wird.

Die wissenschaftlichen LeiterInnen der Hamburger und Klagenfurter Forschungsteams Dr. Tanja Carstensen und Prof. DDr. Christina Schachtner erörterten mit Dipl.-Soz. Jürgen Ertelt von der Fachstelle für Internationale Jugendarbeit in Bonn, dem Wiener Netzaktivisten Thomas Lohninger, Prof. Dr. Anna Tuschling von der Universität Bochum und dem Künstler Herwig Turk die Bedeutung und Auswirkungen des virtuellen Raumes als Lebensort von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Moderiert wurde die perspektivenreiche und lebhafte Diskussion von der Ö1–Wissenschaftsredakteurin Dr. Sonja Bettel. Die Debatte wurde vom Radiosender Ö1 aufgezeichnet und am 25. 11. 12 in der Sendung Matrix ausgestrahlt.

Für Interessierte ist die Video-Aufzeichnung der Diskussion hier auch online verfügbar.

Presseberichterstattung zur Veranstaltung:

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