SKUDI Forschungsziele/Objectives

english: Subject Formations and Digital Culture

Subjektkonstruktionen und digitale Kultur

Mit den Informations- und Kommunikationstechnologien entstehen neue technisch-mediale Verhaltensschauplätze für soziokulturelle Praktiken wie Arbeiten, Kommunizieren, Lernen, Spielen, Gestalten, Reflektieren. Die erkenntnisleitende Fragestellung des Forschungsprojekts lautet:

Inwieweit sind in den genannten soziokulturellen Praktiken neue Subjektkonstruktionen angelegt, die bislang nicht gekannte Dimensionen menschlicher Existenz als wesentliche Elemente einer digitalen Kultur markieren?

Diese Frage soll am Beispiel folgender ausgewählter technisch-medialer Verhaltensschauplätze untersucht werden: webbasierte Erwerbsarbeit, kommunikative Öffentlichkeiten im Cyberspace, Lernen in der Interaktion mit technischen Artefakten. Um den Status der empirisch ermittelten Subjektkonstruktionen präzise bestimmen zu können, sollen diese mit Theoriediskursen über das Subjekt in Geschichte und Gegenwart verglichen werden. Diese Diskurse werden in einem der vier Teilprojekte aufgearbeitet. Die genannten soziokulturellen Praktiken bilden das Spektrum der Forschungsperspektiven, um Subjektkonstruktionen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter zwischen 15 und 30 Jahren zunächst an getrennten Verhaltensschauplätzen zu identifizieren. Im Anschluss daran werden die Ergebnisse am Beispiel von Fab Labs als physisch-materiellen und virtuellen Verhaltensschauplätzen der digitalen Kultur vertieft. Die Auswertung erfolgt auf Grundlage der Grounded Theory. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Subjekte in und durch soziokulturelle Praktiken konstituieren im Sinne von Hannah Ahrendt, die schrieb, dass wir uns sprechend und handelnd in die Welt einschalten und dadurch nicht nur etwas, sondern immer auch uns selbst hervorbringen. Wenn die soziokulturellen Praktiken von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Fokus der Untersuchung stehen, so deswegen, weil es sich um die erste Generation handelt, die potenziell von Kind auf mit Digitalen Medien konfrontiert war, weil der Anteil der Internetuser in dieser Altersgruppe überdurchschnittlich hoch ist und weil sie zentrale Bedeutungsträger der gegenwärtigen und zukünftigen Gesellschaft sind.

Der Ansatz der Untersuchung ist insofern innovativ, als die soziokulturellen Praktiken an verschiedenen technisch-medialen Verhaltensschauplätzen und die darin angelegten Subjektkonstruktionen im Zusammenhang gedacht, analysiert und charakterisiert werden. Bislang wurden die o.g. soziokulturellen Praktiken lediglich teilweise und verstreut über verschiedene Studien hinweg untersucht; zu den Konsequenzen dieser Praktiken für die Subjektbildung und zur Qualität möglicher neuer Subjektkonstruktionen liegen weitgehend keine Forschungsergebnisse vor.

Ziel dieser Untersuchung ist es, ein Panorama digital gestützter Subjektkonstruktionen zu entwickeln, das der Gesellschaft insbesondere mit Blick auf die Bereiche Arbeit, Kommunikation und Bildung Informationen darüber liefert, mit welchen Subjektformen sie in Zukunft rechnen muss und wie sie sich darauf vorbereiten kann.

Subject Formations and Digital Culture

Along with information and communication technologies new techno-medial arenas are emerging for performing socio-cultural practices like working, communicating, learning, playing, creating, and thinking. The esodic question of the hereby proposed research project is the following:

In how far are the afore mentioned socio-cultural practices the bases for new subject formations which designate yet unknown dimensions of human existence as intrinsic elements of a digital culture?

This question is to be explored in the techno-medial performative arenas of web-based occupation, communicative publics in cyberspace, and learning by interacting with technical artifacts. In order to be able to precisely determine the status of the empirically analyzed subject formations, they are to be compared with theoretical discourses on the subject in the past and present. These discourses will be explored and discussed in one of the four part projects of which the study consists of. The aforementioned socio-cultural practices represent the range of research perspectives to identify the subject formations of youths and young adults from the age of 15 to 30. They will at first be identified in separate performative arenas. Subsequently, the research teams will be working with Fab Labs as an overall performative arena that is both a material as a virtual place.
It is being assumed that subjects constitute themselves in and by socio-cultural practices in the sense of Hannah Ahrendt, who wrote that we integrate ourselves into the world by talking and acting and that, by doing so, we do not only create something, but that we always create ourselves as well. The reason why socio-cultural practices of adolescents and young adults are at the center of this study is that they belong to the first generation whose members are highly likely to have grown up with digital media, who use the internet surpassingly, and who therefore are the crucial meaning bearers of present and future society.

The approach of this study is insofar innovative as the socio-cultural practices in the various techno-medial performative arenas as well as their inherent subject formations are being thought of, analyzed, and characterized in relation to each other. So far the aforementioned socio-cultural practices have only been partially explored in various scattered studies. As for the consequences of these practices for subject formation and the quality of potentially new subject formations hardly any findings are available at all.
The objective of this study is the development of a panorama of digitally endorsed subject formations, which especially provides society with infor¬mation on the areas of work, communication, and education and as to which subject formations it has to expect and be prepared for in the future.

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